Für Minecraft Bedrock gibt es eine eigene offizielle Dedicated-Server-Software. Sie ist nicht mit der Java-Server-JAR identisch und benötigt deshalb weder Java noch die Java-Konfiguration aus unserem Minecraft-Java-Server-Guide.
In dieser Anleitung richtet ihr den offiziellen Bedrock Dedicated Server unter Windows oder Ubuntu ein, startet ihn lokal, konfiguriert die wichtigsten Einstellungen und macht ihn anschließend gezielt für Mitspieler erreichbar.
Geprüfter Stand: Minecraft Bedrock Edition 26.44 vom 14. August 2026 | Server: aktuelle Live-Version des offiziellen Bedrock Dedicated Server | Host-Systeme: Windows und Ubuntu | Letzte Prüfung: 19. August 2026.
Java-Server oder Bedrock-Server?
Verwendet diesen Guide nur, wenn eure Gruppe Minecraft: Bedrock Edition nutzt. Mojang stellt für Java Edition und Bedrock Edition getrennte Serversoftware bereit.
| Edition | Serversoftware | Standardport |
|---|---|---|
| Java Edition | Java-Server-JAR | 25565 |
| Bedrock Edition | Bedrock Dedicated Server | 19132 für IPv4, 19133 für IPv6 |
Ein normaler Vanilla-Java-Server wird durch diese Anleitung nicht zu einem Bedrock-Server. Für Java nutzt ihr unseren separaten Java-Server-Guide.
Systemanforderungen für den Bedrock Dedicated Server
Die aktuelle offizielle Downloadseite nennt folgende Mindestanforderungen:
- CPU: Intel Core i3-3210, AMD A8-7600 APU oder gleichwertig
- RAM: 4 GB
- Speicher: 180 MB bis 1 GB frei
- Netzwerk: Breitbandinternet
- Windows: Windows 10 ab Version 10.0.15063 oder Windows Server 2016 und neuer
- Linux: Ubuntu 22.04 LTS oder neuer
Die ältere Microsoft-Learn-Einstiegsdokumentation nennt für Ubuntu noch eine niedrigere Mindestversion. Für diesen Guide folgen wir deshalb der aktuelleren Minecraft-Downloadseite und verwenden Ubuntu 22.04 LTS oder neuer. Andere Linux-Distributionen werden dort ausdrücklich nicht als unterstützt geführt.
Bedrock-Server unter Windows installieren
- Öffnet die offizielle Downloadseite für den Bedrock Dedicated Server.
- Wählt die aktuelle Live-Version für Windows. Preview-Versionen solltet ihr für einen normalen Freundeserver nur verwenden, wenn auch eure Clients bewusst auf Preview laufen.
- Entpackt das heruntergeladene ZIP-Archiv in einen leeren Ordner, zum Beispiel
C:\MinecraftBedrockServer. - Öffnet PowerShell oder die Eingabeaufforderung in diesem Ordner.
- Startet den Server mit
bedrock_serverbeziehungsweisebedrock_server.exe.
Beim ersten Start legt der Server unter anderem Welt-, Resource-Pack- und Behavior-Pack-Verzeichnisse an. Beendet den Server später möglichst über den Konsolenbefehl stop, bevor ihr Dateien kopiert oder aktualisiert.
Bedrock-Server unter Ubuntu starten
Die offizielle Downloadseite unterstützt aktuell Ubuntu 22.04 LTS oder neuer. Entpackt das Serverpaket in einen eigenen Ordner und startet es aus diesem Verzeichnis mit:
LD_LIBRARY_PATH=. ./bedrock_server
Microsoft dokumentiert für Ubuntu außerdem die Firewall-Freigaben der in server.properties konfigurierten Ports. Bei den Standardwerten sind das 19132 und 19133.
Die wichtigsten Einstellungen in server.properties
Die Datei server.properties steuert den größten Teil der Bedrock-Serverkonfiguration. Für einen privaten Koop-Server sind besonders diese Werte relevant:
| Eigenschaft | Standard | Bedeutung |
|---|---|---|
server-name | Dedicated Server | Anzeigename des Servers |
gamemode | survival | Survival, Creative oder Adventure für neue Spieler |
difficulty | easy | Schwierigkeitsgrad |
max-players | 10 | Maximale Spielerzahl; höhere Werte erhöhen die Last |
online-mode | true | Xbox-Live-Authentifizierung; für Internetserver laut Microsoft empfohlen |
allow-list | false | Nur eingetragene Spieler zulassen |
server-port | 19132 | IPv4-Port |
server-portv6 | 19133 | IPv6-Port |
Übernehmt keine komplette alte server.properties aus einem beliebigen Tutorial. Lasst die aktuelle Serversoftware ihre Datei erzeugen und ändert nur die Werte, die ihr tatsächlich benötigt.
Privaten Server mit Allowlist absichern
Für einen kleinen Freundeskreis könnt ihr allow-list=true setzen. Zugelassene Spieler werden über ihre Xbox-Live-Gamertags verwaltet.
Microsoft dokumentiert unter anderem diese Befehle:
/allowlist add <GamerTag>/allowlist remove <GamerTag>/allowlist reload
Enthält ein Gamertag Leerzeichen, setzt ihn in Anführungszeichen. Operator-Rechte könnt ihr über die Serverkonsole mit op <playername> vergeben und mit deop <playername> wieder entziehen.
Server zuerst im lokalen Netzwerk testen
Bevor ihr Routerregeln ändert, prüft zuerst, ob der Server lokal funktioniert. So trennt ihr Installationsfehler von Problemen beim Internetzugang.
- Startet
bedrock_server.exe. - Öffnet Minecraft Bedrock auf einem Client.
- Wählt Spielen und fügt einen Server hinzu.
- Verwendet im selben Heimnetz die lokale IP-Adresse des Server-PCs und Port 19132.
- Tretet dem Server bei und prüft in der Serverkonsole, ob der Spieler verbunden wurde.
Microsoft dokumentiert den direkten lokalen Test ausdrücklich für den Windows-Bedrock-Client. Für beliebige externe Server auf Konsolen versprechen wir deshalb keinen identischen Direkt-IP-Workflow und empfehlen keine inoffiziellen DNS- oder Drittanbieter-Workarounds.
Loopback unter Windows aktivieren
Laufen Bedrock-Client und Dedicated Server auf demselben Windows-PC, muss laut Microsoft die Loopback-Ausnahme aktiviert werden. Beendet dafür zunächst den Server und führt in einem Terminal folgenden Befehl aus:
CheckNetIsolation.exe LoopbackExempt -a -p=S-1-15-2-1958404141-86561845-1752920682-3514627264-368642714-62675701-733520436
Danach startet ihr den Server erneut und könnt ihn mit 127.0.0.1 und Port 19132 testen. Für die Preview-Version dokumentiert Microsoft eine separate App-ID; verwendet sie nur, wenn ihr tatsächlich Preview testet.
Firewall freigeben
Unter Windows fragt die Defender-Firewall beim ersten Start normalerweise, in welchen Netzwerken Bedrock Server kommunizieren darf. Microsoft empfiehlt für Verbindungen im Heimnetz private Netzwerke; soll der Server über das Internet erreichbar sein, muss die Firewall den benötigten Serververkehr ebenfalls zulassen.
Unter Ubuntu dokumentiert Microsoft bei den Standardports:
sudo ufw allow 19132
sudo ufw allow 19133
sudo ufw reload
Habt ihr die Ports in server.properties verändert, verwendet entsprechend eure eigenen Werte.
Server für Freunde im Internet erreichbar machen
Ein Server, der im LAN funktioniert, ist hinter einem typischen Heimrouter noch nicht automatisch aus dem Internet erreichbar. Für eine gezielte Freigabe richtet ihr im Router eine Weiterleitung auf den Server-PC ein und verwendet den in server.properties konfigurierten Bedrock-Port. Beim Standardsetup ist das Port 19132.
AVM empfiehlt allgemein, nur die tatsächlich benötigten Ports an die lokale IP des Servergeräts weiterzuleiten und keinen pauschalen Exposed Host einzurichten. Reserviert dem Server-PC außerdem möglichst dauerhaft dieselbe lokale IP-Adresse, damit die Weiterleitung nicht später auf ein anderes Gerät zeigt.
Wenn eine korrekte IPv4-Portweiterleitung trotzdem nicht funktioniert, prüft außerdem euren Anschluss auf Provider-NAT beziehungsweise DS-Lite. In solchen Konstellationen findet die IPv4-NAT gegebenenfalls beim Provider statt und klassische eingehende IPv4-Freigaben können dadurch scheitern.
Eine bestehende Bedrock-Welt auf den Server übernehmen
Microsoft dokumentiert, dass vorhandene Bedrock-Welten in den Ordner worlds des Dedicated Servers kopiert werden können. Startet den Server vorher mindestens einmal, damit die benötigten Verzeichnisse angelegt sind.
- Beendet den Server sauber mit
stop. - Kopiert den Ordner der gewünschten Bedrock-Welt in den Serverordner
worlds. - Gebt dem Weltordner einen eindeutigen Namen ohne unnötige Sonderzeichen.
- Öffnet
server.propertiesund setztlevel-nameexakt auf den Namen dieses Weltordners. Die Groß-/Kleinschreibung muss laut Microsoft übereinstimmen. - Startet den Server erneut und prüft die geladene Welt.
Erstellt vor Migrationen und Serverupdates immer eine separate Sicherung eurer Weltdateien.
Outdated Client und Outdated Server beheben
Diese beiden Meldungen entstehen laut Microsoft durch unterschiedliche Protokollversionen von Client und Dedicated Server. Selbst Patch-Versionen können unterschiedliche Protokolle verwenden.
- Outdated Server: Ladet die aktuelle Live-Version des Bedrock Dedicated Servers neu herunter und aktualisiert den Server.
- Outdated Client: Aktualisiert Minecraft Bedrock auf dem Client.
- Preview: Ein Preview-Server benötigt einen kompatiblen Preview-Client.
Zum Datenstand dieses Guides ist Bedrock Edition 26.44 vom 14. August 2026 der jüngste von uns geprüfte stabile Hotfix. Verlasst euch bei späteren Updates nicht auf diese Versionsnummer, sondern gleicht Client und Server jeweils gegen den aktuellen offiziellen Download und Changelog ab.
Typische Fehler systematisch eingrenzen
| Problem | Zuerst prüfen |
|---|---|
| Server startet nicht | Passendes Windows-/Ubuntu-System, vollständig entpacktes Live-Paket und Konsolenausgabe |
| Client auf demselben Windows-PC verbindet nicht | Loopback-Ausnahme und Port 19132 |
| LAN-Geräte finden den Server nicht | Serverprozess, lokale IP, Firewall und server-port |
| LAN funktioniert, Internet nicht | Routerweiterleitung, lokale Ziel-IP, Provider-NAT/DS-Lite |
| Outdated Server | Dedicated Server aktualisieren |
| Outdated Client | Bedrock-Client aktualisieren |
| Falsche Welt wird geladen | level-name und Weltordner exakt vergleichen |
| Freund wird trotz richtiger Adresse abgewiesen | Allowlist, Xbox-Live-Authentifizierung und Versionsstand prüfen |
Häufige Fragen zum Minecraft-Bedrock-Server
Quellen
- Minecraft – Bedrock Dedicated Server Download – aktuelle Serversoftware und Systemanforderungen.
- Microsoft Learn – Getting Started with Bedrock Dedicated Server – Installation, Start, Firewall, Loopback, Weltübernahme, Allowlist und Fehlerbehebung.
- Microsoft Learn – Bedrock Dedicated Server Properties – aktuelle Eigenschaften und Standardwerte von server.properties.
- Minecraft Feedback – Bedrock Edition 26.44 Hotfix – geprüfter aktueller Client-Stand vom 14. August 2026.
- AVM – Portfreigabe – gezielte Weiterleitung von Serverports.
- AVM – IP-/Dual-Stack-Konfiguration – Einordnung von IPv4, IPv6 und DS-Lite.