Mit einem eigenen Valheim-Dedicated-Server bleibt eure Welt erreichbar, ohne dass der ursprüngliche Host das Spiel geöffnet haben muss. Diese Anleitung basiert auf Iron Gates aktuellem Dedicated-Server-Handbuch und dem veröffentlichten Spielstand 0.221.12. Valheim 1.0 erscheint erst am 9. September 2026; die hier beschriebenen Schritte sind deshalb für die heute verfügbare Version geprüft und werden nach dem 1.0-Release erneut kontrolliert.
Geprüfter Stand: Valheim 0.221.12 | Plattform: Windows und Linux | Server: offizieller Valheim Dedicated Server | letzte Prüfung: 18. August 2026
Iron Gate bestätigt für Valheim weiterhin Welten mit 1 bis 10 Spielern. Für einen plattformübergreifenden Server müsst ihr das Crossplay-Backend aktivieren; ein reiner Steam-Server funktioniert anders bei Netzwerk und Portfreigabe.
Steam-Backend oder Crossplay – das müsst ihr zuerst entscheiden
Der Dedicated Server verwendet ohne zusätzlichen Parameter das Steam-Backend. Dann können Steam-Spieler den Server sehen und betreten. Für Verbindungen über das Internet muss der verwendete Portbereich am Router erreichbar sein. Standardmäßig nutzt Valheim 2456 und 2457.
Mit dem Startparameter -crossplay verwendet der Server stattdessen das PlayFab-Crossplay-Backend. Laut Iron Gate können dann Spieler anderer unterstützter Plattformen beitreten. Die Verbindung läuft über einen Relay-Dienst, deshalb ist für den Zugriff von außerhalb des Heimnetzes keine klassische Router-Portfreigabe nötig. Dafür könnt ihr einen Crossplay-Server nicht über eine lokale IP oder Loopback-Adresse wie 127.0.0.1 ansprechen.
Valheim Dedicated Server installieren
Windows
- Öffnet Steam und blendet in der Bibliothek auch Tools ein.
- Installiert Valheim Dedicated Server.
- Öffnet über Verwalten → Lokale Dateien durchsuchen den Installationsordner.
- Erstellt eine Kopie von
start_headless_server.bat. Bearbeitet nach Möglichkeit die Kopie, weil die Originaldatei bei einem Update überschrieben werden kann.
Linux
Der offizielle Server enthält start_server.sh. Iron Gate nennt für Linux außerdem libatomic1, libpulse-dev und libpulse0 als benötigte Pakete. Für ältere Distributionen gelten Mindestanforderungen von GLIBC_2.29 und GLIBCXX_3.4.26; Iron Gate beschreibt Docker als Alternative, wenn diese Bibliotheken auf dem Host nicht verfügbar sind.
Server konfigurieren
Öffnet die kopierte Windows-Startdatei beziehungsweise start_server.sh unter Linux. Die wichtigsten Parameter sind:
| Parameter | Bedeutung |
|---|---|
-name "Mein Server" | Name in der Serverliste. |
-port 2456 | Basisport. Valheim verwendet zusätzlich den Folgeport 2457. |
-world "MeineWelt" | Name einer neuen oder vorhandenen Welt. |
-password "PASSWORT" | Serverpasswort. Verwendet kein öffentlich geteiltes Beispielpasswort. |
-public 1 | Server ist in der Browserliste sichtbar. Mit -public 0 wird er nicht gelistet. |
-crossplay | Aktiviert das Crossplay-Backend. Ohne diesen Parameter läuft das Steam-Backend. |
Ein typischer Windows-Startbefehl für einen Crossplay-Server sieht beispielsweise so aus:
valheim_server.exe -nographics -batchmode -name "Mein Server" -port 2456 -world "MeineWelt" -password "EuerPasswort" -public 1 -crossplay
Speichert die Datei nach euren Änderungen. Sobald die Serverkonsole Game server connected meldet, ist der Server laut Iron Gate bereit für Verbindungen.
Ports und Firewall richtig einrichten
Steam-Backend
Bei einem über das Internet erreichbaren Steam-Server muss der eingestellte Portbereich am Router zum Server-PC weitergeleitet werden. Mit dem Standardwert -port 2456 sind das 2456–2457. Die konkrete Router-Oberfläche unterscheidet sich je nach Hersteller; öffnet nur die benötigten Ports und verweist sie auf die lokale Adresse des Server-Rechners.
Unter Windows kann beim ersten Start eine Firewall-Abfrage erscheinen. Erlaubt dem Valheim-Server die benötigte Netzwerkkommunikation, statt die Firewall vollständig abzuschalten.
Crossplay-Backend
Mit -crossplay läuft die externe Verbindung über das Relay-Backend. Dafür ist laut Iron Gate kein Portforwarding nötig. Beitreten könnt ihr unter anderem über öffentliche Adresse und Port, Serverliste oder Join-Code.
So treten eure Mitspieler bei
Bei Crossplay könnt ihr den Join-Code aus dem Pause-Menü beziehungsweise der Serververbindung an eure Gruppe weitergeben. Mitspieler öffnen Spiel beitreten, wählen Server hinzufügen und tragen den Code ein. Xbox-Spieler können keinen Dedicated Server direkt auf der Konsole hosten, aber einem Crossplay-fähigen Dedicated Server beitreten.
Beim Steam-Backend könnt ihr je nach Sichtbarkeit über die Serverliste oder die Serveradresse verbinden. Ein Server mit -public 0 ist nicht im Browser gelistet.
Backups und Speicherort festlegen
Mit -savedir [PFAD] könnt ihr den Speicherort von Welten und Berechtigungsdateien ändern. Ohne Override nennt Iron Gate unter Windows %USERPROFILE%\AppData\LocalLow\IronGate\Valheim und unter Linux ~/.config/unity3d/IronGate/Valheim als Standardpfade.
Der Dedicated Server besitzt außerdem automatische Backup-Parameter. Standardmäßig speichert er laut Handbuch alle 30 Minuten, hält vier Backups vor, verwendet für das erste Backup einen Abstand von zwei Stunden und für die weiteren zwölf Stunden. Über -saveinterval, -backups, -backupshort und -backuplong könnt ihr dieses Verhalten gezielt ändern.
Beendet den Server vor manuellen Sicherungen sauber. Unter Windows und Linux empfiehlt Iron Gate CTRL+C, damit der Prozess ordnungsgemäß herunterfährt.
World Modifier auf dem Dedicated Server
Die offiziellen Startparameter unterstützen World-Modifier. Mit -preset könnt ihr beispielsweise normal, casual, easy, hard, hardcore, immersive oder hammer verwenden. Ein Preset überschreibt zuvor gesetzte einzelne Modifier.
Einzelne Einstellungen setzt ihr mit -modifier, zum Beispiel für Kampf, Todesstrafe, Ressourcen, Raids oder Portale. Wenn ihr Preset und einzelne Modifier kombiniert, setzt die einzelnen Modifier danach. Übernehmt keine Parameter aus älteren Anleitungen, deren aktuelle Gültigkeit ihr nicht geprüft habt.
Typische Fehler
| Problem | Prüfen |
|---|---|
| Server erscheint nicht oder Freunde kommen nicht hinein | Steam-Backend: Ports 2456–2457, Routerziel und Firewall prüfen. Crossplay: -crossplay, Join-Code und Serverstatus prüfen. |
| Lokale IP funktioniert bei Crossplay nicht | Das ist eine Einschränkung des Crossplay-Backends. Verwendet Join-Code, Serverliste oder öffentliche Adresse. |
| Startdatei ist nach Update zurückgesetzt | Die Original-Startdatei kann durch Steam-Updates ersetzt werden. Nutzt eine eigene Kopie und sichert eure Parameter separat. |
| Linux-Server startet wegen Bibliotheken nicht | libatomic1, libpulse-dev, libpulse0 sowie GLIBC/GLIBCXX-Version prüfen; bei zu alter Distribution nennt Iron Gate Docker als Alternative. |
| Welt oder Berechtigungslisten sind nicht am erwarteten Ort | Standard-Save-Pfad und einen eventuell gesetzten -savedir-Parameter prüfen. |
Was sich mit Valheim 1.0 ändern kann
Valheim 1.0 erscheint am 9. September 2026. Die bereits bestätigten Release- und Koop-Details findet ihr in unserer Valheim-1.0-News. Iron Gate bestätigt vollständiges Crossplay zwischen den dann unterstützten Plattformen und weiterhin Server für bis zu zehn Spieler. Das Studio hat aber noch keine finale 1.0-Version des Dedicated-Server-Handbuchs veröffentlicht. Deshalb übertragen wir die heutigen Serverparameter nicht ungeprüft auf 1.0.
Bestehende Saves sollen beim 1.0-Update erhalten bleiben. Neue Biom-Generierung funktioniert in älteren Welten allerdings nur in bisher nicht erkundeten Bereichen. Erstellt deshalb vor dem Versionswechsel ein zusätzliches Backup und prüft nach Release die finalen Serverhinweise, bevor ihr eure produktive Welt aktualisiert.