Mit einem eigenen Valheim-Dedicated-Server bleibt eure Welt erreichbar, ohne dass der ursprüngliche Host das Spiel geöffnet haben muss. Diese Anleitung wurde am 17. September 2026 gegen Iron Gates aktuelles Dedicated-Server-Handbuch, Valheim 1.0 und Patch 1.0.14 geprüft.
Geprüfter Stand: Valheim 1.0.14 | Plattform: Windows und Linux | Server: offizieller Valheim Dedicated Server | Letzte Prüfung: 17. September 2026
Valheim unterstützt Welten mit ein bis zehn Spielern. Für einen plattformübergreifenden Server aktiviert ihr das Crossplay-Backend; ein reiner Steam-Server unterscheidet sich bei Netzwerk und Portfreigabe. Iron Gate weist für Patch 1.0.14 darauf hin, dass der Upload auf alle Plattformen einige Tage dauern kann, Crossplay währenddessen aber funktionsfähig bleiben soll.
Steam-Backend oder Crossplay – das müsst ihr zuerst entscheiden
Der Dedicated Server verwendet ohne zusätzlichen Parameter das Steam-Backend. Dann können Steam-Spieler den Server sehen und betreten. Für Verbindungen über das Internet muss der verwendete Portbereich am Router erreichbar sein. Standardmäßig nutzt Valheim 2456 und 2457.
Mit dem Startparameter -crossplay verwendet der Server stattdessen das PlayFab-Crossplay-Backend. Laut Iron Gate können dann Spieler anderer unterstützter Plattformen beitreten. Die Verbindung läuft über einen Relay-Dienst, deshalb ist für den Zugriff von außerhalb des Heimnetzes keine klassische Router-Portfreigabe nötig. Dafür könnt ihr einen Crossplay-Server nicht über eine lokale IP oder Loopback-Adresse wie 127.0.0.1 ansprechen.
Valheim Dedicated Server installieren
Windows
- Öffnet Steam und blendet in der Bibliothek auch Tools ein.
- Installiert Valheim Dedicated Server.
- Öffnet über Verwalten → Lokale Dateien durchsuchen den Installationsordner.
- Erstellt eine Kopie von
start_headless_server.bat. Bearbeitet nach Möglichkeit die Kopie, weil die Originaldatei bei einem Update überschrieben werden kann.
Linux
Der offizielle Server enthält start_server.sh. Iron Gate nennt für Linux außerdem libatomic1, libpulse-dev und libpulse0 als benötigte Pakete. Für ältere Distributionen gelten Mindestanforderungen von GLIBC_2.29 und GLIBCXX_3.4.26; Iron Gate beschreibt Docker als Alternative, wenn diese Bibliotheken auf dem Host nicht verfügbar sind.
Server konfigurieren
Öffnet die kopierte Windows-Startdatei beziehungsweise start_server.sh unter Linux. Die wichtigsten Parameter sind:
| Parameter | Bedeutung |
|---|---|
-name "Mein Server" | Name in der Serverliste. |
-port 2456 | Basisport. Valheim verwendet zusätzlich den Folgeport 2457. |
-world "MeineWelt" | Name einer neuen oder vorhandenen Welt. |
-password "PASSWORT" | Serverpasswort. Verwendet kein öffentlich geteiltes Beispielpasswort. |
-public 1 | Server ist in der Browserliste sichtbar. Mit -public 0 wird er nicht gelistet. |
-crossplay | Aktiviert das Crossplay-Backend. Ohne diesen Parameter läuft das Steam-Backend. |
Ein typischer Windows-Startbefehl für einen Crossplay-Server sieht beispielsweise so aus:
valheim_server.exe -nographics -batchmode -name "Mein Server" -port 2456 -world "MeineWelt" -password "EuerPasswort" -public 1 -crossplay
Speichert die Datei nach euren Änderungen. Sobald die Serverkonsole Game server connected meldet, ist der Server laut Iron Gate bereit für Verbindungen.
Ports und Firewall richtig einrichten
Steam-Backend
Bei einem über das Internet erreichbaren Steam-Server muss der eingestellte Portbereich am Router zum Server-PC weitergeleitet werden. Mit dem Standardwert -port 2456 sind das 2456–2457. Die konkrete Router-Oberfläche unterscheidet sich je nach Hersteller; öffnet nur die benötigten Ports und verweist sie auf die lokale Adresse des Server-Rechners.
Unter Windows kann beim ersten Start eine Firewall-Abfrage erscheinen. Erlaubt dem Valheim-Server die benötigte Netzwerkkommunikation, statt die Firewall vollständig abzuschalten.
Crossplay-Backend
Mit -crossplay läuft die externe Verbindung über das Relay-Backend. Dafür ist laut Iron Gate kein Portforwarding nötig. Beitreten könnt ihr unter anderem über öffentliche Adresse und Port, Serverliste oder Join-Code.
So treten eure Mitspieler bei
Bei Crossplay könnt ihr den Join-Code aus dem Pause-Menü beziehungsweise der Serververbindung an eure Gruppe weitergeben. Mitspieler öffnen Spiel beitreten, wählen Server hinzufügen und tragen den Code ein. Nach dem nachgereichten Switch-2-Patch sollen laut Iron Gate wieder alle unterstützten Plattformen miteinander crossplay-kompatibel sein, also auch PC, Xbox, PS5 und Nintendo Switch 2.
Beim Steam-Backend könnt ihr je nach Sichtbarkeit über die Serverliste oder die Serveradresse verbinden. Ein Server mit -public 0 ist nicht im Browser gelistet.
Admins, Whitelist und Bans einrichten
Valheim verwaltet Serverrechte über drei Textdateien im Save-Verzeichnis:
| Datei | Funktion |
|---|---|
adminlist.txt | Spieler erhalten Adminrechte. |
bannedlist.txt | Spieler werden vom Server gesperrt. |
permittedlist.txt | Nur eingetragene Spieler dürfen beitreten; sobald ihr diese Liste verwendet, bleiben alle anderen Spieler außen vor. |
Tragt pro Zeile genau eine Platform User ID ein. Laut Iron Gate findet ihr diese ID im Serverlog oder im Spiel über die F2-Anzeige. Das Format lautet [Platform]_[User ID] und ist groß-/kleinschreibungssensitiv.
Admins können im Spiel mit F5 die Konsole öffnen. Der offizielle Serverguide nennt dafür die Befehle Kick PLAYERNAME, Ban PLAYERNAME, Unban PLAYERNAME und Banned zum Anzeigen der Banliste.
Backups und Speicherort festlegen
Mit -savedir [PFAD] könnt ihr den Speicherort von Welten und Berechtigungsdateien ändern. Ohne Override nennt Iron Gate unter Windows %USERPROFILE%\AppData\LocalLow\IronGate\Valheim und unter Linux ~/.config/unity3d/IronGate/Valheim als Standardpfade.
Der Dedicated Server besitzt außerdem automatische Backup-Parameter. Standardmäßig speichert er laut Handbuch alle 30 Minuten, hält vier Backups vor, verwendet für das erste Backup einen Abstand von zwei Stunden und für die weiteren zwölf Stunden. Über -saveinterval, -backups, -backupshort und -backuplong könnt ihr dieses Verhalten gezielt ändern.
Beendet den Server vor manuellen Sicherungen sauber. Unter Windows und Linux empfiehlt Iron Gate CTRL+C, damit der Prozess ordnungsgemäß herunterfährt.
World Modifier auf dem Dedicated Server
Die offiziellen Startparameter unterstützen World Modifier. Mit -preset könnt ihr beispielsweise normal, casual, easy, hard, hardcore, immersive oder hammer verwenden. Ein Preset überschreibt zuvor gesetzte einzelne Modifier.
Einzelne Einstellungen setzt ihr mit -modifier, zum Beispiel für Kampf, Todesstrafe, Ressourcen, Raids oder Portale. Wenn ihr Preset und einzelne Modifier kombiniert, setzt die einzelnen Modifier danach.
Typische Fehler
| Problem | Prüfen |
|---|---|
| Server erscheint nicht oder Freunde kommen nicht hinein | Steam-Backend: Ports 2456–2457, Routerziel und Firewall prüfen. Crossplay: -crossplay, Join-Code und Serverstatus prüfen. |
| Lokale IP funktioniert bei Crossplay nicht | Das ist eine Einschränkung des Crossplay-Backends. Verwendet Join-Code, Serverliste oder öffentliche Adresse. |
| Startdatei ist nach Update zurückgesetzt | Die Original-Startdatei kann durch Steam-Updates ersetzt werden. Nutzt eine eigene Kopie und sichert eure Parameter separat. |
| Linux-Server startet wegen Bibliotheken nicht | libatomic1, libpulse-dev, libpulse0 sowie GLIBC/GLIBCXX-Version prüfen; bei zu alter Distribution nennt Iron Gate Docker als Alternative. |
| Welt oder Berechtigungslisten sind nicht am erwarteten Ort | Standard-Save-Pfad und einen eventuell gesetzten -savedir-Parameter prüfen. |
Valheim 1.0 und bestehende Server
Valheim 1.0 ist seit dem 9. September 2026 veröffentlicht. Iron Gates aktuelles Dedicated-Server-Handbuch dokumentiert weiterhin die oben beschriebenen Startparameter, Ports und das Crossplay-Backend.
Bestehende Saves bleiben laut Valheim-1.0-FAQ nutzbar. Für bestehende Welten gilt aber: Neue Biom-Inhalte werden nur in zuvor nicht erkundeten Bereichen korrekt generiert. Sichert deshalb eure Welt vor größeren Updates.
Crossplay-Stand vom 17. September 2026: Patch 1.0.14 wird laut Iron Gate aufgrund interner Einschränkungen über mehrere Tage auf die verschiedenen Plattformen verteilt. Der Entwickler schreibt ausdrücklich, dass Crossplay während dieses Rollouts funktionsfähig bleiben soll. Für einen plattformübergreifenden Dedicated Server bleibt der Startparameter -crossplay erforderlich.
Häufige Fragen zum Valheim-Server
Quellen
- Iron Gate – Patch 1.0.14, 17. September 2026 – aktueller Patch und Hinweis zum plattformweisen Rollout bei weiter funktionierendem Crossplay.
- Iron Gate – A Guide to Dedicated Servers – Startparameter, Ports, Crossplay-Backend, Rechte, Backups und World Modifier.
- Iron Gate – Crossplay FAQ.
- Iron Gate – Valheim 1.0 FAQ – bestehende Welten und neue Biom-Inhalte.
Letzte Quellenprüfung: 17. September 2026.